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Anforderungen und Grund-
voraussetzungen des
Bienenhalters.

Züchtergruppe des BV Gaildorf

Chronik der Züchtergruppe

„Carnika-Limpurg“ eine Biene die zu ihrer Landschaft passt!

Wie fortschrittlich die Imker im „Bezirksverein für Bienenzucht Gaildorf e.V.“ - seit 2003 „Bezirksimkerverein Gaildorf e.V.“- sind, geht aus der Vereinschronik hervor.

Bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bestand ein kleiner Kreis geschulter Bienenzüchter.
Während des zweiten Weltkriegs wurden diese Anfänge jedoch unterbrochen.
Die Zeit des Neuaufbruchs war in den 50er Jahren.

Auf den Bienenständen im Limpurger Land, die meistens zu jeder Landwirtschaft gehörten, wurde die heimische „Dunkle Mellifera Biene“ gehalten.Züchterisch wurden nur vereinzelt wieder Versuche durch Zukauf von Königinnen aus Norddeutschland unternommen. Dies führte jedoch zu einer Verkreuzung mit anderen Rassen, die nicht unbedingt zusammenpassten.
Die meisten Imker vermehrten ihre Völker durch Schwärme und bewirkten damit eine Verjüngung der Völker mit jungen Königinnen.

Dieser unbefriedigende Zustand hat 1959 Erich Eller bewogen, bei Imkermeister Heinrich Widmaier ein Zuchtvolk der Zuchtrichtung Carnica – Troiseck zu erwerben. Das Ziel war, eine Carnica – Linie zu züchten, die in die heimischen Fluren und Wälder der Limpurger Berge passt und mit der man von der Blüten- bis zur späten Weißtannentracht imkern und arbeiten konnte.

Bedingt durch einen Generationswechsel bei den Imkern folgten einige Jahre der Stagnation in der Züchtung.
Auch die Vereinsbelegstelle „Eisbachtal“, einst von Zuchtwart Karl Ziegelbauer aus Sulzbach/Kocher mit einigen Imkern aufgebaut und Mittelpunkt der züchterischen Arbeit, wurde nur noch von wenigen jüngeren Züchtern genutzt.
Mit dieser Situation konnten die Züchter nicht zufrieden sein.

Unter dem Vereinsvorsitzenden, Revierförster Heinrich Häfele und auf Anregung der Züchterkollegen Erich Eller und Otto Grau wurde bei der Frühjahrsversammlung am 11. April 1965 im Gasthaus „Ritter“ in Laufen/Kocher eine Züchtergruppe mit 27 Imkern gegründet. Sie wählten Erich Eller zu ihrem Leiter. Die Zucht sollte auf eine breite Basis der Leistungskontrolle und Selektion gestellt werden.

Die Züchter teilten ihre Zuchtlinie in zwei Familien, die im Vereinsgebiet räumlich getrennt weiter gezüchtet wurden. Die Belegstelle wurde mit Drohnen aus beiden Familien besetzt, um Inzuchtschäden nach Möglichkeit zu vermeiden. Die Bemühungen, um die Belegstelle einen Reinzuchtgürtel zu erstellen, scheiterten an der Notwendigkeit, die Völker der Bienenstände um die Belegstelle ständig zu kontrollieren und Königinnen zu erneuern.

Zuchtkurse und gemeinsame Standbegehungen zur Auswahl und Körung von Zuchtvölkern, brachten die gewünschten Erfolge um die Bemühungen einer besseren, sanftmütigeren und leistungsfähigeren Biene.
Ein weiterer Meilenstein der Züchtergruppe war 1969 der Entschluss, das Angebot des D.I.B. anzunehmen, und bei Herrn Prof. Ruttner in Oberursel, Königinnen instrumentell besamen zu lassen.
Die Züchter lieferten 13 Königinnen und einen Drohnenableger an das Bieneninstitut.

In den folgenden Jahren wurden bei weiteren Besamungsaktionen Königinnen in Oberursel und Stuttgart-Hohenheim besamt. Die Belegstelle „Eisbachtal“ wurde nun regelmäßig mit Vatervölkern von besamten Müttern besetzt. Dies schlug sich in einer ausgeglichenen Nachzucht nieder.

In gemeinsamer Arbeit wurde 1971 die Belegstelle verlegt und wesentlich vergrößert.

Im Jahr 1976 wurde zum ersten Mal durch instrumentelle Besamung eine gezielte Kombination mit anderen Carnica – Linien getestet. Die Erfolge waren wechselhaft. Gut bewährt hatten sich die Linien 1075 und 03 Kirchhain, später dann die Linien 07 und Kirchhain L - (Interne Bezeichnung des Bieneninstituts in Kirchhain).

Die Zuchtlinie „Carnica - Limpurg“ wird seit 1980 im Landesverband Württembergischer Imker unter diesem Namen geführt. Benannt nach den Limpurger Bergen, welche die Stadt Gaildorf umgeben.

Durch eine Dezentralisierung wurde die Besamung auf sieben Außenstellen im Land verteilt und 1984 eine Besamungsstelle für den Schwäbischen Wald im Vereinsgebiet des BV- Gaildorf im Rupphof eingerichtet und von Erich Eller organisiert und betreut.

Die erfolgreiche Arbeit der Züchtergruppe mit der Carnica – Limpurg wurde 1986 mit der Anerkennung der Belegstelle „Eisbachtal“ und der Züchtergemeinschaft Gaildorf durch den Landesverband Württembergischer Imker e.V. gewürdigt.

In den darauf folgenden Jahren wurde die Belegstelle „Eisbachtal“ wissenschaftlich im Rahmen einer Diplomarbeit von Herrn Rudolf Czikl von der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Stuttgart-Hohenheim auf den Zuchtwert von Landbelegstellen untersucht.

Das Ergebnis dieser Diplomarbeit machte klar, dass ein langfristiger Erfolg in der Zuchtarbeit, nur über ein das Vereinsgebiet überschreitendes Zuchtgebiet, um die Belegstelle erzielt werden kann.

Aus diesem Grund haben sich die Züchter vom BV- Gaildorf, BV- Crailsheim und BV- Schwäbisch Hall zu einer Arbeitsgemeinschaft der Carnica - Limpurg - Züchter zusammengeschlossen. Züchter Friedrich Kümmerer aus Schwäbisch Hall – Veinau nimmt jährlich beim Königinnen Tauschring des Landesverbandes teil.

Die erfolgreiche Arbeit der Züchtergruppe seit ihrer Gründung fand auch über die Region hinaus Interesse und Anerkennung. Dass auch Züchter aus Nachbarvereinen mitarbeiten, spricht für eine gute Kameradschaft und spiegelt sich in einer Bilanz von bis heute über 20 000 angelieferten Königinnen zur Begattung auf der Belegstelle „Eisbachtal“ wider.

Bei den jährlich durchgeführten Besamungsaktionen im Rupphof und seit 1997 in Gaildorf- Adelbach, wurden bis heute für die Bienenzuchtvereine im Schwäbischen Wald und Hohenlohe über 3000 Königinnen handbesamt. 

Die Neuorganisation in der Züchtergruppe wurde bei einer Züchterversammlung im Februar 1999 unter den anwesenden Züchtern in Gaildorf-Schönberg festgelegt.

Die Belegstelle wurde im Jahr 2005 - nach einem Brand in 2003-, zur „Sammelwiese“ verlegt.

In 2016 wurde die Aufstellung von 7 Windkraftanlagen in unmittelbarer Nähe der "Sammelwiese" geplant. Da die Auswirkungen auf Bienen im Allgemeinen und die Königinnenzucht im besonderen nicht erforscht ist wurde die Belegstelle im Jahre 2017 vorsorglich nach Sulzbach in das Eisbachtal verlegt. Sie befindet sich nun auf einem Grundstück der Graf-Pückler-Stiftung.

Im Laufe der Zeit wurde die Belegstelle von verschiedenen Imkern geleitet. Am Anfang - Förster Beck, danach bis 1971 Karl Schneider und bis 1981 die Züchter Friedrich Weber und Josef Eppli. Willi Grau führte die Geschicke von 1981 bis 1994. Von 1995 bis 2003 fungierte Ernst Roll als Belegstellenleiter.Von 2004 bis zur Wiedereröffnung 2017 betreute Manfred Eichele zusammen mit seinem Vertreter Willi Weber die Belegstelle. Seit 2017 wird sie von Axel Müller betreut.