Berichte zu aktuellen Veranstaltungen

Bericht zur öffentlichen Herbstveranstaltung am 06. Nov. 2021

Honig - Nahrungsmittel oder mehr?  Lasst eure Lebensmittel Heilmittel und eure Heilmittel Lebensmittel sein.

Anderen Ortes als gewohnt, fand der Vortrag von Fachberaterin für Bienenprodukte Tanja Rauter aus Heuchlingen, die zusammen mit Ursula Müller durch den vergangenen Samstagabend führten in der Gemeindehalle in Ottendorf statt. Die romantische Atmosphäre des Wurmbrandsaales im Gaildorfer Schloss, in dem die Veranstaltungsreihe vor 3 Jahren mit der Vorstellung von 9 Bienenprodukten startete, konnte durch ausreichend Platz für rund 30 Interessierte kompensiert werden. Die anschließende Vorführung zur Herstellung von Oxymel und eine Honigverkostung konnte unter den Pandemiebedingungen problemlos ablaufen.

Die Kooperationsveranstaltung mit dem Bezirksimkerverein Gaildorf und dem Netzwerk Fachberaterinnen für Bienenprodukte bot den Anwesenden rund ums Thema Honig, dessen Bestandteile und Wirkung umfassendes Fachwissen sowie nützliche Alltagstipps zur Verwendung vom Naturprodukt Honig.

 

Kaum zu glauben sei, dass Honig weniger Kalorien als der normale Haushaltszucker hat, aber dafür mehr Süßkraft besitzt. Der Blutzuckerspiegel kommt nicht so schwer ins Schwanken, da die Mehrfachzucker, die im Honig enthalten sind unterschiedlich schnell vom Körper abgebaut werden. Für Diabetiker bei richtiger Dosierung und Einstellung durchaus zu empfehlen.

Die allgemein bekannte antibiotische Wirkung von Honig durch die enthaltenen Inhibine im Speziellen Wasserstoffperoxid fanden bereits in der Hausmedizin in Wilhelm Busch´s Geschichten ihren Einsatz als Honigpflaster. Zur Wundheilung wird gegenwertig gammabestrahlter Medizinischer Honig in Form von Wundauflagen mit Paste eingesetzt. Zudem wird derzeit zu den im Honig enthaltenen Botenstoffen in Form von Hormonen zur Demenzbehandlung geforscht.

Manch ein Besucher hatte sich anfänglich bereits gefragt was Oxymel ist. (Griechisch Oxy = Sauer und Mel = Honig). Sauerhonig besteht aus Essig und Honig kombiniert mit Pflanzenteilen. Die enthaltenen Wirkstoffe verstärken sich gegenseitig, was bereits in der Antike als Heilmittel genutzt wurde.

Im anschließenden Workshop zum umfänglichen Vortrag von Frau Rauter wurde eine Abwehrkräftestärkende Oxymel-Variante mit Zitrone, Kurkuma und Ingwer - die kühl und dunkel gelagert 6 Monate haltbar ist - hergestellt und von den neugierigen Teilnehmenden probiert.

Bericht zur Hauptversammlung am 15. Oktober 2021

„Klappern gehört zum Geschäft“

Gaildorf´s Bürgermeister Herr Zimmermann richtete sein Grußwort an die Versammelten. Da viele Vereine über schwindende Mitgliederzahlen durch Austritte während des letzten beschwerlichen Jahres in Coronazeiten klagten, so Zimmermann, sei er gespannt auf die Berichte der Vorstandsmitglieder. Überaus nützlich und wichtig ist im Besonderen der Umwelt- und Landschaftsschutz des Imkervereines. Mit Präsenz auf Märkten und Veranstaltungen ist dies einer der wichtigsten Punkte der Vereinsarbeit, somit „gehört Klappern zum Geschäft.“

Bürgermeister Zimmermann bot den Vereinsmitgliedern die Unterstützung der Stadt Gaildorf an um dem regionalen Verein bei Veranstaltungen wie zum Beispiel über das Projekt „Natürlich Gaildorf“ eine Plattform zu bieten und um sich zu präsentieren. Die Initiative entstand 2019 um Gaildorfer Vereine, Personen und Institutionen, rund um die Themen Nachhaltigkeit, Naturschutz und Regionalität zu bündeln und zu fördern. Für das kommende Jahr werden bereits Events geplant.

Im Laufe der Versammlung nahm Herr Zimmermann die Entlastung der Vorstände, sowie die außerordentliche Ersatzwahl des Kassenprüfers, da Herr Jürgen Hölzel sein Amt an Ruth Bay weitergibt, ab.

Bei den Jahresberichten der Vorstandschaft war eine nur leicht sinkende Tendenz von Mitgliederanzahl zu vermerken. Finanzielle Ausgaben hatte der Verein diesjährig mehr als Einnahmen, da pandemiebedingt kein Imkertag stattfinden konnte, erklärte Kassier Stefan Hägele.

Erster Vorstand Kurt Schukraft freute und bedankte sich insbesondere bei Fa. Kocherplastik – Rommelag aus Sulzbach, die sich als Sponsor für die Vereins-T-Shirts an den Kosten beteiligt hat.

Die Vereinsaktivitäten 2020 beschränkten sich aus gegebenem Anlass auf wenige Treffen, wobei das Bienenjahr 2020 mit durchschnittlichen Honigernten gesegnet war, fiel die Sammelleistung der Bienen im Frühjahr und Sommer 2021 witterungsbedingt schlecht aus. Die Schleudern blieben überwiegend trocken und so fokussierten sich die Bienenhalter auf die Völkervermehrung ihrer eigenen Imkereien.

Das wurde zudem klar als Herr Andreas Meyer vom regen Anlauf bei der Zuchtstoffabgabe auf der Belegstelle im Eisbachtal in Sulzbach berichtete. Zwar konnte ein 86 %-iger Königinnen-Zuchterfolg bei 101 aufgestellten Begattungskästchen verzeichnet werden, jedoch geht Herr Meyer davon aus, dass sich durch die Vielfalt im Zuchtmaterial durch Anlieferung von mehr Imkern bessere Ergebnisse erzielen ließen und kündigte eine praktische Schulung für die Vereinsimker auf der Belegstelle über Vermehrung und Zucht an.

Die Aufgabe der Kinder- und Jugendbetreuung des Vereins wurde offiziell an Frau Ulla Müller übertragen, die bereits mehrere Schulen in Bienen AGs betreut und gerne die Angst vor Bienen nimmt. „Jünger werden die Imker nicht und das Interesse von Kindern und Jugendlichen ist da“.

Zu Gast an der Hauptversammlung war des Weiteren Herr Armin Furkert der christlichen Pfadfinder (VCP) in Unterrot, der dies bestätigen konnte und seit zweieinhalb Jahren mit den Pfadfindern den Umgang mit Bienen an 5 Völkern erfährt.

Die Redner der Hauptversammlung kündigten für die kommende Zeit, die sich wieder entspannter und uneingeschränkter gestalten ließe, mehr Aktivitäten des Imkervereins an.